Pflege

Pflege beim Collie

Collies als langhaarige Hunderasse benötigen selbstverständlich mehr Fellpflege als kurzhaarige Rassen. Das versteht sich von selbst. Der Aufwand ist jedoch weniger intensiv, als der Anblick eines Collies wohl vermuten lässt. Je nach Fellmenge und -beschaffenheit fällt auch die Intensität aus. Meine Collies haben ein moderates Fell, nicht überladen und übertrieben plüschig, angenehm zu waschen und bürsten. Eine der Hündinnen hat ein deutlich dichteres plüschigeres Fell, da muss ich öfters mal die Bürste in die Hand nehmen, als bei den anderen Collies mit weniger dichter Unterwolle. 

Mein Motto für die Pflege: so oft wie nötig, so wenig wie möglich. Gepflegte und saubere Hunde sind mir wichtig, bedeutet aber nicht, dass ich täglich eine Bürste schwinge. Und natürlich laufen meine Hunde über Wiesen, auf Feldwegen, dürfen einfach „Hund“ sein und gerade bei matschigem Wetter und Regen sehen sie dann in etwa so aus:

Das Fell trocknet erstaunlich schnell ab, meist ist nur das Deckhaar wirklich nass und die Unterwolle ist bei Regen nicht zur Gänze betroffen. „Gatschpfoten“ werden bei uns abgewaschen, da sonst nach dem Trocknen der abfallende Sand und die Erde überall zu finden sind. Bei mehreren Hunden im Haus weniger witzig ständig auf Sandböden zu laufen. Eine Möglichkeit wäre nach dem Abtrocknen der Nässe den Schmutz auszubürsten. Bei uns gehts trotzdem ab in die Pfoten-Waschstraße. Das wird von kleinauf trainiert, wie auch das Bürsten, Baden, Fönen, Krallen schneiden – das gesamte „Grooming-Paket“. Unsere Collies sind die „Behandlungen“ gewöhnt, und egal was bei der Pflege angesagt ist, ob am Boden oder Tisch, sind sie entspannt und vertrauen uns. Ist nicht nur in diesen Situationen wichtig, sondern auch wenn der Hund zum Beispiel untersucht werden muss. 

In der Regel bürsten wir unsere Collies zwei Mal im Monat gründlich durch. Das variiert von Hund zu Hund, da eben nicht jedes Fell gleich ist. Aber als grober Richtwert stimmt das so. Während des Fellwechsels haaren die Hunde stark, ansonsten sehr wenig. Bemerkbar macht sich der Fellwechsel vor allem wenn plötzlich richtige Fellbüschel lose werden und beim leichten Drüberstreicheln sich gleich mal ein Haufen Fell verselbständigt. 

Damit die lose werdende Unterwolle einfacher rausgeht, verwende ich Unterwoll- und/oder Drahtbürsten. Das abgestorbene Fell muss entfernt werden, da die Haut sonst nicht zum Atmen kommt und sich im schlimmsten Fall Ekzeme und Entzündungen bilden können. Leider alles schon bei ungepflegten Hunden gesehen. Wenn ich die erste Ladung rausgebürstet habe kommen meine Hunde in die Badewanne – zum Glück habe ich im Keller eine elektrisch verstellbare Hundebadewanne (sehr entlastend für den menschlichen Rücken) und einen Groomingraum.

Beim Baden kann gelockertes Fell gut ausgewaschen werden. Dann geht’s ab zum Fönen – auch hier ist der verstellbare  Tisch eine super Hilfe. Beim Trocken mit dem Fön löst sich dann das noch verbliebene lose Fell gut ab und kann im wahrsten Sinne des Wortes weggefönt werden – Achtung hier fliegen viele Haare. Aber es lohnt sich, denn damit ist ein großer Schritt getan. Bis der Fellwechsel komplett abgeschlossen ist muss man aber ein wenig Geduld haben, trotz Baden und Fönen haaren sie noch ca. 2-4 Wochen nach. Aber da gehe ich einfach täglich oder jeden 2. Tag schnell mit einer Bürste drüber und dann ist es geschafft. Das lange Fell bleibt zum Glück nicht wie Kurzes überall stecken, sondern lässt sich leicht zusammenknüllen oder mit einer Schmutzbürste auch von Polstermöbel etc. wegmachen. Der Staubsauger hat in dieser Phase auf jeden Fall mehr Einsätze.

Mit oberflächlichem Drüberbürsten kommt man nicht weit. Das ist auf die Schnelle mal möglich, hat aber mit gründlich bürsten wenig zu tun. Gerade bei einem langhaarigen Hund wie dem Collie, bürste ich Lage für Lage. Da scheitle ich das Fell und komme somit wirklich bis zur Haut und kann von dort abgestorbenes Fell lösen und die Haut kann wieder gut atmen. Das ist für eine gute Haut/Fellstruktur wichtig!

Das Foto links zeigt die Mini-Mindestausstattung für einen langhaarigen Hund wie den Collie. Nicht abgebildet ist die Unterwollbürste bzw. der Entfilzungskamm. Aber mit diesen Utensilien kann schon sehr viel erreicht werden. Drahtbürsten in unterschiedlichen Größen, ein Entfilzungsmesser für Knötchen (hier kann auch ein Entfilzungshaken verwendet werden), eine Pfotenschere und eine Krallenzange. 

Für einige Arbeiten ist noch anderes Material nötig, zB Effilierschere für das Kürzen des Fells bei den Ohren, oder an den Pfoten. Damit kann man feiner und runder schneiden als mit einer normalen Schere. Aber als Grundausstattung ist es vorerst nicht zwingend erforderlich. 

Die Pflege hört nicht beim Fell auf – auch die Pfoten gehören beachtet. Und die stehen bei mir unter ständiger Beobachtung *lach* – sobald sich Fluseln bei den Pfoten aufstellen, oder an den Hocken alles kreuz und quer steht, kommt die Schere zum Einsatz. Da bin ich wirklich heikel, aber so zottelige Pfoten und Hocken halte ich nicht aus. Ganz unabhängig ob Show oder nicht. Gehört für mich zu einem gepflegten Gesamtbild dazu. Dabei werden auch die Krallen kontrolliert und bei Bedarf mit der Krallenzange gekürzt. 

Vorher: „Fluselfell“ an den Pfoten
Nachher
Vorher
Nachher

Letzten Ende muss jeder für sich entscheiden wie intensiv er sich mit der Pflege auseinandersetzen möchte, was einem wichtig ist oder eben nicht so. Aber die Grundpflege, damit die Gesundheit gewährleistet bleibt, verdient sich jeder Hund, bzw. ist der Hundebesitzer seinem geliebten vierbeinigen Freund schuldig. 

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